Best for the West Concerts - Doolin Co. Clare

Die Grafschaft Clare im wilden Westen Irlands wird unter den Liebhabern irischen Folkmusik als ein kleines Paradies gehandelt. Übertrieben gesagt, findet man pro Quadratkilometer mindestens einen traditionellen Musiker. Entsprechend ist in Co. Clare musikalisch viel los.

Fisherstreet - Doolin

Die Kreisstadt Ennis veranstaltet pro Jahr gleich zwei große Fleadhs. Einen im Frühjahr und einen im Spätherbst. Dann gibt es Anfang Juli die "Willie Clancy Summer School" in Miltown Malbay, im August die "Eigse Mrs Crotty" in Kilrush und als absoluten Geheimtip den Fleadh in Feakle. Da kommen all die Rootsmusiker von ganz Clare und ein paar handverlesene Besucher aus der ganzen Welt für ein Wochenende zusammen, um miteinander zu jammen. Hier scheint die Zeit im positiven Sinne stehen geblieben zu sein. Man fühlt sich einfach in die guten alten siebziger Jahre zurück versetzt.

Doch wenn man in Clare mal keine Musik findet, dann gibt es immer noch Doolin. Das kleine Fischerdorf im Schatten der Cliffs of Moher gilt als ein absolut sicherer Tip, wenn man Irish Folk hören will. In den drei Pubs, also MacGann's, McDermot's und O'Connor's gibt es an 365 Tagen im Jahr mindestens eine Session, wo die örtlichen Musiker zusammen kommen. Auch zu Besuch weilende Kollegen aus ganz Irland und dem Ausland sind immer willkommen, sich der örtlichen Session anzuschließen. Um dem verklärt romantisch denkenden Touristen gleich den Zahn der Enttäuschung zu ziehen, sei gesagt: All das ist nicht mehr ganz so spontan, wie zu Zeiten eines Micho, Pakie und Gussie Russells, Doolins unvergessenen Legenden. Aber es ist immer noch gut!

Die örtlichen Musiker bekommen von den Wirten eine kleine Gage und damit ist immer das Herzstück der Session sichergestellt. Und nicht nur das, sondern auch eine gute Qualität. Um an die drei bezahlten Jobs pro Pub zu kommen, ist in der Region ein ehrgeiziger Wettbewerb unter den örtlichen Musikern entbrannt. Wie im Sport hat so ein Wettbewerb eine Leistungssteigernde Wirkung. Das Niveau der Musiker hat sich nochmals verbessert und sogar Musiker aus Nah und Fern haben sich deswegen in Doolin niedergelassen. Das erzeugt eine Sogwirkung auf weitere Musiker, die z.B. aus dem Ausland nach Irland kommen, um sich in der Kunst der Session zu üben. Doolin ist weltweit unter den Irish Folk Musikern ein todsicherer Tip, um Gleichgesinnte zu treffen.

Man kann in Doolin nie wissen, was die nächste Nacht bringen wird. Es schwankt zwischen guter Hausmannskost und absoluten Sternstunden, wenn Superstars ohne Voranmeldung in Doolin aufschlagen und mit deren örtlichen Kumpels eine mega Fete abziehen.

Wo schöne Musik zu hören ist, da sind bekanntlich auch schöne Frauen. Wo schöne Frauen sind, da sind bekanntlich auch Musiker. Ein bitter-süßer Kreislauf, der Doolin zu einem Ort macht, wo sich synergetisch ein paar Kreisläufe zu einem musikalischen Perpetuum Mobile geschlossen haben. In der Luft hängt einfach immer der Zauber des Augenblicks, daß sich jede Sekunde quasi aus dem Nichts etwas ganz Besonderes ereignen könnte.

Jeden Sommer kommen die drei Pubs und das Dorf an den Rand der Leistungsfähigkeit. Zu viele Menschen auf einmal wollen die Doolins Magie erleben. Die Folge: Überfüllte Pubs mit einer ziemlich lauten Klientel. Die Session in der Ecke wird zu einer Randerscheinung und geht im allgemeinen Gemurmel und Lärm an der Bar unter. Die Besucher, die nicht nur wegen des Craic, sondern wegen der Musik und Kultur gekommen sind, wenden sich enttäuscht ab und denken, sie sind in einem schlechten Film. Mitten im Sommer kann man Doolin entweder lieben oder hassen. Der Grad dazwischen ist extrem schmal. Man kann den drei kleinen Pubs im Ort doch nicht die Schuld dafür geben, daß überall auf der Welt Sommerferien herrschen und deswegen so viele Touristen nach Doolin kommen. Sie versuchen ihr Bestes und kommen an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit. Und all die Besserwisser die über Doolin in diesen zwei Monaten Hochsaison die Nase rümpfen, sollten es selber mal versuchen, von zwei Monaten Hochsaison den Rest des Jahres überleben zu lernen.

Das ein so Musik verrücktes Dorf eines Tages eine eigene Konzertreihe mit dem klangvollen Namen "Best for the West" bekommen würde, war also eine ganz natürliche Entwicklung. Man mußte einfach ein Ventil öffnen und den an der Musik wirklich interessierten Besuchern eine Alternative anbieten. Im Café und Music Shop von Magnetic Music in der berühmt berüchtigten Fisherstreet gab es dafür genau den richtigen Ort. Da steht das über Hundert Jahre alte Reet gedeckte Cottage, das früher der Workshop des Dooliner Küfers war. Die Dorfältesten können von Sessions berichten, die nach der Polizeistunde vom Pub in die Werkstatt gewechselt haben. Hier spielte ein Willie Clancy, Ted Furey, Seamus Ennis, Leo Rowsome, die Russells und und und. Hier tanzte man auf den Flagstones aus dem örtlichen Steinbruch das Clare Set. Dieses Cottage hat zwar nicht die Musik im Blut aber im Gemäuer.

Als Mary und Petr Pandula 2001 zum ersten Mal unter den Namen "Best for the West" ein Programm zusammenstellten und dafür auch noch einen zweistelligen Eintritt erhoben, gab es unter den Locals nur Kopfschütteln. "Das kann doch nie und nimmer funktionieren. Einen Steinwurf entfernt finden drei hochkarätige Sessions statt, die keinen Eintritt kosten. Warum sollte jemand auf die Idee kommen, für ein Irish Folk Konzert Eintritt zu bezahlen?"

Das war zwar eigentlich richtig gedacht, doch nur fast. Eines haben die Musik verrückten Locals außer Betracht gelassen. Die Liebe und Zuneigung der Menschen zur Musik. Es ist ihnen etwas wert, wertvolle Musik in einem besonderen Ambiente zu hören, wo die Musik im Vordergrund steht. Also Ausschank nur während der Pause und nach dem Konzert und absolute Konzertatmosphäre. Mittlerweile sind die "Best for the West" im sechsten Jahr und man glaubt es nicht. Die ersten Karten kaufen sich jetzt immer die Locals!

Das "Last Music Café before America" wie das kleine Kulturzentrum von Magnetic Music im Volksmund genannt wird, ist der absolute Gemeintip für Irish Folk "at it's best". Im Juli, August und September geben sich hier die Koryphäen dieses Musikstils die Klinke in die Hand.

Das Konzertprogramm wird immer erst sehr kurzfristig bekannt gegeben. Vor Ende Mai erfährt man über das kommende Programm recht wenig. Warum? Das Magnetic Music Café will keine Band oder Künstler langfristig verpflichten und ihm damit die Möglichkeit nehmen, z.B. bei einem großen Open Air im Sommer aufzutreten. Erst wenn die großen Events des Sommers fertig gebucht sind, wird es im Büro bei Magnetic Music hektisch. Die Musiker planen zwischen den mega Events ihren Kurzurlaub und da steht die irische Westküste hoch im Kurs. Hier kann man Golf spielen, Schwimmen, auf die Aran Inseln übersetzen, mit dem anderen Geschlecht flirten und im "Last Music Café for America" den besten Kaffee und Wein an der Westküste schlürfen. Zudem ist Magnetic Music auch der westlichste Plattenladen Europas und bietet mit 1300 keltischen CDs, DVDs, CD-ROMS, Videos und Musikbüchern eine Repertoirebreite, wie man sie so kaum wo anders findet.

Wer also seinen Irland Urlaub plant, der sollte sich ab Ende Mai die Website von Magnetic Music www.magnetic-music.com unbedingt anschauen und dort auf den Button Music Café klicken, um alles über das kommende "Best for he West" Programm zu erfahren. Da das Café maximal 100 Besuchern Platz bietet und fast alle Konzerte im Vorverlauf ausverkauft sind, empfiehlt sich eine langfristige Reservierung. Als Referenz seien hier ein paar Bands und Künstler genannt, die hier in den letzten fünf Jahren unplugged und zum Anfassen nah aufgetreten sind:

Luka Bloom
John Spillane
Karan Casey Band
The Kane Sisters
North Cregg
Dezi Donnelly & Eamon McElholm
Solas
Joe Burke & Ann Conroy Burke
Frankie Gavin & Brian McGrath
Flook
Arcanadh
Beoga
Jim Hayes & Ian Smith
Emer Mayock, Donnal Siggins & Robbie Harris
Cran
Paddy Keenan & Tommy O'Sullivan
Gerry O'Connor Banjo & Brendan O'Sullivan
Frankie Lane & Paul Kelly


Mary und Petr Pandula als auch alle Mitarbeiter von Magnetic Music möchten sich bei allen Künstlern, Besuchern, den Locals und auch dem irischen Arts Council für Ihre Unterstützung bedanken, Kultur am westlichsten Rande Europas möglich gemacht zu haben.